Weinviertel – Das Sektviertel

 

Das Weinviertel hat eine lange Tradition mit Sekterzeugung und diese wurde kontinuierlich weiterentwickelt.

Heute hat man eine breite Auswahl an ausgezeichneten Sektproduzenten und auch Sektverkostungen werden in zunehmenden Maße durchgeführt. Basis ist –wenig überraschend- die Top Rebe des Weinviertels, der Grüne Veltliner.

Warum bringt das Weinviertel so eine gute Qualität beim Sekt zustande, es mag kein Zufall sein, dass Troyes(48°) die Hauptstadt der Champagne und auch das Gebiet Champagne auf demselben Breitengrad liegen wie Poysdorf (48°) beziehungsweise das Weinviertel.

 

Sekt - Herstellung

Grundsätzlich sind in Österreich zwei Arten der Herstellung für Qualitätsschaumwein vorgesehen

 

1.Traditionelle Flaschengärung = Méthode Traditionelle

Dies ist die aufwendigste Herstellungsmethode für Sekt oder Schaumwein. Dabei wird Wein mit Hefe und einem Tiragelikör (Zuckerlösung) versetzt und anschließend in Flaschen mit Kronenkorken verschlossen.

In der Flasche kommt es jetzt zur sogenannten zweiten Gärung wobei die Hefe den zugesetzten Zucker in Alkohol umwandelt. Dabei entsteht Kohlensäure, diese kann nicht entweichen und verbindet sich mit dem Wein. Nach Abschluss des Gärprozesses lagert der Sekt zur Reifung „auf der Hefe“ – je länger diese Lagerung, desto feiner das Prickeln.

Dauer der Flaschengärung nach Traditioneller Methode

Österreichischer Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung

Kennzeichnung: Sekt g.U.

 

Österreichischer Sekt/Klassik                                               mind. 9Monate

Österreichischer Sekt/Reserve                                             24 Monate

Österreichischer Sekt/Große Reserve                                  36 Monate

 

In dieser Phase der Reifung werden die Flaschen kopfüber in Rüttelpulte gesteckt, und schräg gelagert. Die Hefe kann sich nun absetzen und die Flaschen werden

32-Mal gerüttelt, immer um ein Achtel gedreht und jedes Mal ein klein wenig steiler gestellt. So können sich auch feinste Hefepartikel im Flaschenhals und letztlich beim Kronenkorken absetzen.

Jetzt kann die Hefe entfernt – degorgiert werden. Der Flaschenhals wird dazu in ein Kälte-Solebad getaucht, die Hefe eingefroren. Bei Öffnung der Flasche wird der Hefe-Eis-Pfropfen durch den Eigendruck (5-6 bar) in der Flasche herausgeschossen. Vor dem Verschließen mit einem Naturkorken wird noch der Dosagelikör hinzugefügt. Dieser bestimmt die Geschmacksrichtung des Sekts. Die Beschaffenheit ist natürlich das große Geheimnis des Kellermeisters.

Der Sekt bleibt während der gesamten Produktion immer in derselben Flasche

 

 

Traditionelle Flaschengärung(Méthode Traditionelle) - schematisch

 

1. Grundwein 

2. Zugabe von Zucker, Hefe, Wein (liqueur de tirage) 

3. Gärung in der Flasche und Lagerung auf der Hefe 

4. Rütteln auf dem Rüttelpult  

5. Enthefen (Degorgieren) 

6. Zugabe Dosage, Geschmack/Süße 

7. Verkorken  

8. Agraffieren

 

 

 

2.Großraumgärverfahren

Hier werden Großdruckbehältern zur zweiten Gärung verwendet

Die Abfüllung erfolgt durch einen speziellen Sektgegendruckfüller Mindestherstellzeit  6 Monate.

Wird der Sekt als Sekt Klassik gefüllt 9 Monate.

 

 

Ein wichtiges Datum für die Kellergassen ist das Jahr 1784, genauer gesagt der 17. August 1784.

 

Durch eine Verordnung von Kaiser Josef II. wird die Erlaubnis erteilt in einer Buschenschank die selbst erzeugten Lebensmittel, Wein und Obstmost, zu verkaufen und auszuschenken.